ASB und Johanniter bilden Geflüchtete zu Rettungssanitätern aus

Hannover. 21 Menschen mit Migrationshintergrund haben im Juni 2017 eine 14-monatige Weiterbildung zum Rettungssanitäter begonnen. Die Perspektiven in diesem Beruf sind vielfältig.

Johanniterin Nastassja Bracke (in Rot) und Samariter Dominik Ritter (6. v. li., stehend) haben das Projekt federführend geplant. Daher freuten sie sich besonders, die Teilnehmer in der Johanniter-Akademie mit zu begrüßen.
Foto: JUH/Tanja Quedenbaum

Neben 20 Männern wagt auch eine junge Frau den Schritt in ein neues Leben in Deutschland. Die Chancen, mit der Ausbildung im Anschluss einen Arbeitsplatz zu finden, stehen nicht schlecht. Die angehenden Rettungssanitäter kommen aus dem Irak, dem Iran, Syrien oder Afghanistan. Einige von ihnen haben medizinische Vorkenntnisse und möchten mit dem Ausbildungsangebot die Wartezeit auf ein Medizinstudium verkürzen, andere haben keine Erfahrungen und fangen neu an – in der Hoffnung auf ein Leben in Frieden.

Der Kurs "SAL – Schutzsuchende als Lebensretter" ist ein Kooperationsprojekt der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) Hannover. Bestandteile der Ausbildung sind berufsbezogener Deutschunterricht, Praktika in Rettungswachen des ASB und der JUH sowie die kontinuierliche sozialpädagogische Betreuung der Teilnehmer. Die Ausbildung findet in drei Modulen statt. Zunächst erfolgt die dreimonatige Ausbildung zum Sanitätshelfer, anschließend in zehn Monaten zum Rettungssanitäter. Schließlich wird nach vierwöchigem Unterricht in der Fahrschule der Führerschein Klasse C1 erworben. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den Führerschein Klasse B zu machen.

Die Ausbildungskosten werden teilweise durch die Agentur für Arbeit/das Jobcenter und zum größten Teil durch die Kooperationspartner ASB und JUH getragen. Parallel engagieren sich die Geflüchteten im Bevölkerungsschutz in verschiedenen Orts- und Kreisverbänden der beteiligten Organisationen und sammeln so weitere wertvolle praktische Erfahrungen.