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ASB-Landesverband Niedersachsen e.V.
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Hans-Theismann-Weg 1
30966 Hemmingen (Hannover)

Geschichte

 

1888
Bereits im Jahre 1888 wird die erste Arbeiter-Samariter-Kolonne von sechs Zimmerleuten in Berlin ge­grün­det. Auslöser ist ein schwerer Unfall auf einer Baustelle. Die Samariter wollen der ar­bei­ten­den Bevölkerung, insbesondere den Unfallopfern, Verunglückten und Verletzten in Fabriken und Werkstätten helfen. Deshalb organisieren sie zusammen mit engagierten Ärzten Erste-Hilfe-Kurse. Die Arbeiter sollen darin lernen sich und anderen in Notfällen selbst zu helfen.


1926 
In Hannover grassiert der Typhus. Bereits am 16. April werden 900 Fälle mit 17 Todesopfern ge­mel­det. Der Arbeiter-Samariter-Bund aus Hannover stellt daraufhin 56 Samariter für den Trans­port der Kranken mit einem Krankentransportauto und mehreren fahrbaren Tragen zur Ver­fü­gung. Daneben sind 128 Samariterinnen und Samariter auf den Typhusstationen in zwei Kran­ken­häu­sern und drei Schulen der Stadt tätig.


1933-1945

Nach der Machtübernahme durch Hitler wird der ASB unter nationalsozialistische Leitung gestellt. Da viele Mitglieder jedoch nicht bereit sind, sich gleichschalten zu lassen, treten sie zahlreich aus dem ASB aus. Das Ermächtigungsgesetz am 28. März 1933, welches den ASB und andere Ar­bei­ter­be­we­gun­gen verbietet, führt schließlich zu einer vorübergehenden Auflösung vieler ASB-Stand­or­te, nicht nur in Niedersachsen.

Durch polizeiliche Maßnahmen werden die Samariter eingeschüchtert und mundtot gemacht. Be­harr­liche Bemühungen des noch bestehenden Bundesvorstandes Auflösungen rückgängig zu machen, werden kommentarlos abgelehnt.

Obwohl sich der Verband politisch neutral verhält, bekämpft ihn die SA und die SS nach der Macht­er­grei­fung der Nationalsozialisten am 30. März 1933 hartnäckig. Schließlich wird der ASB in das Deutsche Rote Kreuz überführt. Nach 45 Jahren hört damit eine Hilfsorganisation der Ar­bei­ter­schaft, der ASB, auf zu existieren.


1945
Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges 1945 finden in vielen Teilen der Besatzungszonen Neugründungen zahlreicher ASB-Kolonnen statt. Im Herbst treffen sich ehemalige Samariter in Hannover um hier die Neu­grün­dung des ASB vorzubereiten.


1946

Ohne ein offizielles Mandat leistet der ASB bereits bei den Kundgebungen zum 1. Mai 1946 Erste Hilfe. Der Antrag zur offiziellen Neugründung des Arbeiter-Samariter-Bundes wird am 15. Juni durch die britische Militärbehörde genehmigt, welche ausdrücklich die Erlaubnis zum Aufbau des ASB in seiner Gesamtheit erteilt.

Zudem richtet das Bundesinnenministerium den Auftrag an den ASB, im Katastrophenschutz mit­zu­ar­bei­ten.


1947
Durch die Wahl des neuen Bundesvorstandes am 19. Januar 1947 wird der ASB Hannover zur Keim­zel­le der Neugründung. Als Vorsitzender wird einstimmig Waldemar Olsen gewählt, der schon 1932 als 25jähriger ASB-Kolonnenvorsitzender in Hannover war.


1948
Unmittelbar nach der Währungsreform findet am 3. Juli die erste Sitzung des Bundesvorstandes und der Kolonnen Hannover und Hildesheim in Hannover statt.

Zentraler Inhalt dieser Zusammenkunft ist die Erarbeitung von Richtlinien. So wird unter anderem großer Wert darauf gelegt, dass die Samariter ihren Dienst sauber und anständig antreten. Dies resultiert aus einer Beschwerde über eine Samariterin, die „gepudert und geschminkt" zur Wache gegangen war.


1949
Das Bonner Grundgesetz hebt die Genehmigungspflicht für Vereinsgründungen durch die Mi­li­tär­be­hör­den auf. Daraufhin veröffentlicht der Bundesverband des ASB im Juli einen Aufruf. Alle ehe­ma­li­gen Samariterinnen, Samariter und Interessenten, die sich bis dahin noch nicht wieder zurück gemeldet hatten, werden aufgefordert, dem Bundesverband in Hannover ihre Anschrift mit­zu­tei­len. Auf diese Weise soll die Neugründung weiterer ASB-Kolonnen vorangetrieben werden.

Der Aufruf ist erfolgreich. In der Bundesgeschäftsstelle treffen viele Zuschriften ein.

Eine davon ist besonders überraschend: Jakob Schickedantz aus Frankenthal schreibt, dass er bereits drei Jahre zuvor auch in der französischen Besatzungszone einen ASB-Bundesverband gegründet habe, ohne von dem in Hannover zu wissen.


1950
Am 15. Januar findet die Vereinigungssitzung der beiden ASB-Bundesvorstände in Eschborn statt. Man einigt sich darauf, dass Hannover der Sitz des ASB Deutschland wird und nur wenige Monate später, am 12. März, wird der ASB Landesverband Niedersachsen gegründet. Vorsitzender wird Otto Villwock.


1952

Am 12. April wird in Hannover die erste Bundestagung des ASB nach seiner Neugründung ver­an­stal­tet. Der bis dahin kommissarisch arbeitende Bundesvorstand wird offiziell bestätigt.


1956
Vorsitzender wird, wie schon 1947, Waldemar Olsen.


1957

Im September findet der Bundesvorstand nach längerer Suche ein repräsentatives Gebäude. Die unterdessen sieben Angestellten der Geschäftstelle ziehen in die Falkenstraße 30 um und neh­men am 1. Oktober ihre Arbeit in den neuen Räumen in Hannover-Linden auf.


1959

Am 7. und 8. November führt eine bedeutungsvolle Sitzung den erweiterten Bundesvorstand mit den Landesorganisationsleitern in Hannover zusammen. Auf den Vorstandswahlen des ASB-Lan­des­ver­ban­des Niedersachsen e.V. wird Otto Villwock als erster Vorsitzender gewählt.


1960

Als erste Hilfsorganisation übernimmt der ASB die Beförderung behinderter Kinder und organisiert außerdem Ausflüge in den Zoo und zum Schützenfest in Hannover.


1962
Am 23. September wird der niedersächsische Sozialminister Kurt Partzsch neuer Präsident des ASB Bundesverbandes. Der langjährige ASB-Bundesvorsitzende Waldemar Olsen verstirbt am 11. Dezember.


1963

Einige ASB-Kolonnen, z. B. Braunschweig und Hannover, beginnen in Kooperation mit dem Deut­schen Paritätischen Wohlfahrtsverband alleinstehenden, kranken und behinderten Menschen eine warme Mahlzeit ins Haus zu bringen. Das ist die Geburtsstunde des heute vielerorts vom ASB angebotenen „Essen auf Rädern“.

Der im Frühjahr gegründete Verein „Schwerbehinderten Erholungsreisen“ in Hannover organisiert die ersten Reisen für Schwerbehinderte in der Bundesrepublik. Schnell kommt es zu einer guten Zu­sam­men­ar­beit mit dem ASB.

Am 14. September starten 32 Behinderte in Begleitung von zwei Samariterinnen und sechs Sa­ma­ri­tern aus Hannover und Hildesheim zu einer Erholungsfahrt in den Schwarzwald. Der ASB ü­nimmt bei dieser Veranstaltung nicht nur die Betreuung auf der Fahrt, sondern auch wäh­rend des gesamten Aufenthaltes.


1964

Auf der 5. Bundestagung am 16. Mai in Nürnberg wird mit großer Mehrheit die Sitzverlegung der Bundesgeschäftsstelle von Hannover in den Köln-Bonner Raum beschlossen.


1970
Landesvorsitzender wird Erich Theunert, Otto Villwock der 2. Vorsitzende.


1972
Otto Villwock ist wieder Landesvorsitzender.


1975
Karl Otto Villwock löst seinen Vater Otto als Landesvorsitzender ab. Dieses Amt wird er bis 2002 innehaben. Am 4. Mai wird die erste Satzung des ASB Niedersachsens erstellt.

(Anm. d. Red.: Karl Otto Villwock wird nach Auskunft seiner Familie vom 8.2.2017 ohne Bindestrich geschrieben.)


1976

Im Januar wird die Satzung in das Vereinsregister eingetragen.


1977

In Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen erarbeitet der ASB im Februar neue Richt­li­ni­en für die Fachausbildung von im Rettungsdienst und Krankentransport tätigen Personen.

Eine Kombination aus theoretischen Grundkenntnissen, praktischen Erfahrungen und einem Kli­nik­prak­ti­kum wird als Ausbildungsinhalt festgeschrieben. Die Absolventen des Lehrganges kön­nen sich nach erfolgreicher Abschlussprüfung „Rettungssanitäter“ nennen. Ihre Ausbildung dau­ert noch heute 520 Stunden.

Die erarbeiteten Richtlinien werden später der Grundstein für die Ausbildung zur/zum Ret­tungs­as­sis­ten­tin/Rettungsassistenten, der 1989 als Beruf anerkannt wird. Die Ausbildungsdauer be­trägt seit dem zwei Jahre.


1985

Der Landesverband Niedersachsen bezieht seine neue und derzeitige Landesgeschäftsstelle im Hans-Theismann-Weg 1 in Hemmingen-Arnum bei Hannover.


1987

Der ASB eröffnet sein erstes Pflegeheim in Niedersachsen.


2002

Hans-Dieter Wollborn löst Karl Otto Villwock als 1. Vorsitzender des ASB-Landesverbandes Nie­der­sach­sen e.V. ab.


2004

Am 20. März findet im Jugendgästehaus in Hannover-Wülfel eine außerordentliche Landes­ju­gend­kon­fe­renz zur satzungskonformen Neugründung der Landesjugend Niedersachsen statt. Wei­te­re Informationen zur ASJ finden Sie im Menü AS-Jugend.


2005

Am 11. Juni wird die neue und Satzung des Arbeiter-Samariter-Bundes Landesverband Nie­der­sach­sen e.V. auf der außerordentlichen Landeskonferenz in Lehrte verabschiedet. Eine Über­ar­bei­tung der Satzung war im Zuge grundlegender Reformen im ASB Bundesverband notwendig geworden.


2006

Die Landeskonferenz am 10. Juni wählt einen neuen ASB-Landesvorstand. Landesvorsitzender wird Andre Geyer.

Zur Unterstützung und zur Führung der laufenden Geschäfte wird eine vierköpfige Lan­des­ge­schäfts­füh­rung bestellt, die sich aus Hans-Dieter Wollborn, Michael Bartling, Erich John und Udo Zachries zusammensetzt.


2010
Im November übernehmen Manfred Püster und Wolfgang Schurreit kommissarisch den Landesvorsitz.


2011

Im September wählen die Delegierten des ASB-Landesverbandes Niedersachsen auf einer außerordentlichen Landeskonferenz neue Vorstandsmitglieder. Manfred Püster, bis 2010 stellvertretender Vorsitzender, übernimmt den Landesvorsitz. Andrea Schröder-Ehlers, Juristin und Landtagsabgeordnete aus Lüneburg, wird Stellvertreterin. Auch Oliver Meyer aus Hannover wird gewählt.

Die Wahlen waren nötig geworden, nachdem der ehemalige Vorsitzende Andre Geyer sowie ein weiteres Mitglied den Vorstand verlassen hatten.


2013
Am 31. Mai feiert der ASB-Landesverband Niedersachsen im hannoverschen Neuen Rathaus den 125. Geburtstag des Arbeiter-Samariter-Bundes. Der Ministerpräsident Niedersachsens, Stephan Weil, gratuliert mit einem Grußwort.