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08.06.2010

ASB im Einsatz bei Bombenentschärfung mit tragischem Ausgang in Göttingen

Göttingen. ASB im Einsatz bei Bombenentschärfung mit tragischem Ausgang in Göt­tin­gen.

Göttingen. Es sollte am vergangenen Dienstag ein Evakuierungseinsatz werden, wie andere zuvor, als bei den Bauarbeiten für die neue Sportanlage auf dem Göttinger Schützenplatz der zweite Blind­gän­ger aus dem letzten Weltkrieg gefunden wurde. 

Gegen 17 Uhr erfolgte die Alarmierung der Einsatzkräfte. Aufgaben und Umfang des Einsatzes waren für die insgesamt 32 Sanitäterinnen und Sanitätern des Arbeiter-Samariter-Bundes aus den Gliederungen Göttingen-Land und Göttingen-Stadt vorhersehbar. Schließlich hatten sie erst eine halbe Woche zuvor gemeinsam mit den Kräften anderer Organisationen bei der größten Räumung der Stadtgeschichte exakt das gleiche Gebiet vorübergehend ausgesiedelt. 

 

Etwa 7000 Einwohner/innen würden erneut ihre Wohnungen verlassen müssen. Zwischen 500 und 1000 zu Betreuende konnte man erfahrungsgemäß in einer der zwei Sammelstellen er­war­ten, die vom ASB wiederum in der Sporthalle der Max-Plack-Schule - etwa 1,5 Kilometer Luft­li­nie vom Ort des Geschehens - eingerichtet werden würde. Die Einsatzkräfte waren trainiert und vorbereitet. 

 

Doch gegen 21:36 Uhr änderte sich die erwartete Lage schlagartig. Abschnittsleiter der ASB-Sammelstelle Marco Woltermann vom Ortsverband Göttingen-Stadt er­in­nert sich: „Ich stand gerade vorm Eingang der Halle, da gab es einen dumpfen Knall, dann eine Druckwelle und mir schoss durch den Kopf: Jetzt ist die Bombe explodiert.“ Sein Kollege und Ein­satz­lei­ter der ASB-Komponente aus Göttingen-Land erzählt: „Ich dachte, das hat bestimmt nichts mit der Bombe zu tun. Eigentlich hört man doch von solchen Einsätzen nie, das so was passiert.“Zu diesem Zeitpunkt war die Evakuierung des betroffenen Gebietes noch nicht abgeschlossen. Auf dem Schützenplatz liefen die Vorarbeiten zur Entschärfung. Erst etwa 120 Personen be­fan­den sich in der Betreuungsstelle. 

 

Nach einer Weile der Unbestimmtheit wurde es dann zur Gewissheit: Der Blindgänger war de­to­niert. 

 

Innerhalb von nur fünf Minuten waren die Einsatzkräfte vom ASB Göttingen-Land am Unfallort. Maletz entsinnt sich: „Es roch verbrannt.“ Zwei Löschzüge der Feuerwehr und eine Menge Ret­tungs­wa­gen seien bereits vor Ort gewesen. Der Platz war ausgeleuchtet. Die Opferzahlen, drei Todesfälle sowie zwei Schwerverletzte, waren schon bekannt.

 

„Meine Kollegen versorgten im Rettungswagen die beiden Verletzten mit, während wir anderen uns um die unverletzten Betroffenen kümmerten“, weiß er.

 

Alle Betroffenen und auch die Einsatzkräfte mussten das Geschehen erst einmal begreifen. 

 

Nach etwa einer halben Stunde war der Einsatz am Schützenplatz beendet. Die Helferinnen und Helfer wurden in der Sammelstelle im Max-Planck-Gymnasium versammelt, um über die Ge­scheh­nis­se zu reden. Es folgte eine Stunde Pause, in der sich die Einsatzkräfte wieder auf die be­vor­steh­en­den Aufgaben einstellen konnten. „Dann haben wir mit der Rückführung der Evakuierten begonnen.

 

“ In den nächsten Wochen und Monaten erfolge eine Nachbereitung, damit alle Einsatzkräfte die Ereignisse verarbeiten könnten, so Maletz noch unter dem Eindruck des Erlebten.