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24.05.2016

Flüchtlingshilfe

ASB-Preis für niedersächsische Flüchtlingsunterkunft Sumte

v.li.: Anja Tewes, Holger Lellau, Julia Gabriel, Jens Meier, ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch sowie die engagierten und musikalischen Flüchtlinge Alhalabi Ahmad Molham, Asmeron Ghirmay und vorn Rasem Soufi (Foto: ASB/F. Zanettini)
Die "Refugee Band" aus Syrien - Musik statt Krieg (Foto: ASB/F. Zanettini)
Deutschunterricht in der Notunterkunft Sumte (Foto: ASJ/B. Bechtloff)
Ehrenamtliche Lehrer unterrichten die Kinder in der "Schule", die die Notunterkunft in Eigeninitiative betreibt (Foto: ASJ/B. Bechtloff)

Frankfurt/Sumte. In seinem "Jahr der Integration" verleiht der ASB-Bundesverband an herausragende Projekte den "ASB-Leuchtturm für Flüchtlingshilfe und Integration". Am Montag wurde die Notunterkunft in Sumte (Landkreis Lüneburg) ausgezeichnet. ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch übergab den Preis am Montag in Frankfurt am Main an Jens Meier (Geschäftsführer des ASB-Kreisverbandes Hannover-Land/Schaumburg) und sein Team. Stellvertretend für die Flüchtlinge waren auch drei ehemalige Bewohner mitgekommen, die sich besonders engagiert hatten, vor allem in der "Refugee Band" zur Völkerverständigung durch Musik. Außerdem der niedersächsische Flüchtlingshilfe-Koordinator des ASB, Mohamed Abou Taam, und vier Kollegen vom ASB Hannover-Stadt.

Unter Leitung von Jens Meier hatte der ASB im Oktober 2015 einen leerstehenden Bürokomplex innerhalb von zwei Wochen in eine Notunterkunft verwandelt. Nachdem zunächst die Lokalpresse berichtet hatte, das Land wolle bis zu 1000 Flüchtlinge in Sumte mit seinen rund 100 Einwohnern unterbringen, ging diese Nachricht um die Welt. Das Flüchtling-Einwohner-Verhältnis 10:1 elektrisierte die Journalisten, die aus allen Erdteilen nach Sumte reisten. Viele erklärten Sumte zum "internationalen Symbol für die Flüchtlingskrise". Auch wenn letztlich viel weniger Geflüchtete kamen - kurzzeitig bis zu ca. 750, jetzt nur noch 100 - blieb Sumte bis heute unter Medienbeobachtung.

Doch die Geschichte, die (Medien-)Story nahm eine erfreuliche Wendung: Anfängliche Ängste und Sorgen der Anwohner zerschlugen sich schnell. Jens Meier, Leiterin Mandy Thoms und ihr Team setzten auf Kommunikation, Aufklärung, zahlreiche neue Arbeitsplätze für Anwohner im Camp. Außerdem auf Integrationsprojekte wie eine eigene "Schule" für Flüchtlingskinder und originelle Aktivitäten wie einen kleinen "Skikurs" beim ersten Schneefall. Denn auch Spiel und Spaß verbinden über Kulturen hinweg und lassen die Traumata von grauenvollen Kriegs- und Fluchterlebnissen wenigstens für einige Stunden in den Hintergrund rücken. Dank ehrenamtlichem Engagement von Sumter Bürgern waren solche Ideen umsetzbar. Ein enger persönlicher Kontakt mit den Bewohnerinnen und Bewohnern erlaubt es zudem, die Augen offen zu halten, was deren individuelle Perspektiven angeht. Ein Beispiel: "Einige geflüchtete Frauen könnten in der Altenpflege des ASB eine Ausbildung machen", meint Jens Meier zuversichtlich.

Ein zweiter Leuchtturm ging am Montag an ein Projekt des ASB Falkensee in Brandenburg: ein neues Zuhause für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Gastfamilien und in Einrichtungen des ASB. Informationen über alle bis jetzt ausgezeichneten Projekte finden Sie hier.

Ein Interview mit Jens Meier und eine tolle Reportage über eine Flüchtlingsfamilie in Sumte lesen Sie in der aktuellen ASJ am Puls, der Zeitschrift der Arbeiter-Samariter-Jugend Deutschland.

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