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12.10.2014

ASB Niedersachsen übte den Katastrophenfall

"Erdbeben" bei Hannover! RTL war hautnah dabei

Foto: ASB/A. Droba
Foto: ASB/M. Schimkowiak

Das "Drehbuch" war so ausgeklügelt wie das eines Katastrophenfilms aus Hollywood: Am Sonnabend probten mehr als 400 Beteiligte den Ernstfall. Einsatzkräfte des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) aus ganz Niedersachsen und der Feuerwehren gingen dabei an ihre Grenzen der Belastbarkeit; zahlreiche Verletztendarsteller bewiesen überraschendes schauspielerisches Talent und Rettungshunde eine feine Nase.

Medien mit dabei

Auch die Medien ließen sich das nicht entgehen. So ist für Montag, 13.10.2014 für das RTL-Regionalprogramm für Niedersachsen und Bremen (Sendungsbeginn 18 Uhr) ein Beitrag über die spektakuläre Großübung eingeplant.

 

Update: Link zur RTL-Mediathek - hier können Sie den Beitrag sehen

 

 

Szenario: Erdstöße verwüsten die Region Hannover

Laut Einsatzbefehl sahen sich die Einsatzkräfte mit folgender Schadenslage konfrontiert: "Um 10:47 Uhr MESZ ereignet sich ein Erdbeben der Stärke 5,1 im Deister-Umland an der nördlichen Grenze des niedersächsischen Berglandes südwestlich von Hannover in den Landkreisen Schaumburg, Hameln-Pyrmont und der Region Hannover." Hierbei habe es insgesamt über 160 Verletzte und neun Tote gegeben.

Erdstöße einer solchen mittleren Stärke sind zwar für die Region extrem unwahrscheinlich; jedoch war das Szenario ein Rahmen, um mehrere parallele Unglücke schlüssig zu erklären. Laut angenommener Situation befanden sich zufällig ASB-Einsatzkräfte aus ganz Niedersachsen wegen einer Funk-Übung in der Gegend und boten der Rettungsleitstelle ihre Hilfe an. An zwei Unglücksorten mussten die Übungsteilnehmer nun aktiv werden.

(Fortsetzung s. u.)

 

 

Unsere Foto-Reportage - die besten Bilder

Fotos: ASB/... S. Bergmann, A. Diekmann, S. Diekmann, A. Droba, M. Güttler, J. Heumann, K. Kräwer-Vesely, M. Moog, M. Schimkowiak; FFW/M. Janz

Bus- und Bergwerksunglück auf einmal fordern Helfern alles ab


Zur Kulisse wurden zwei Schauplätze. Einer davon war das Besucherwerk "Klosterstollen" in Barsinghausen. Durch die angenommenen Erdstöße gab es eine Erschütterung auch unter Tage, wo sich viele Kinder, Jugendliche und mehrere Erwachsene befanden.

Sie mussten direkt im Stollen erstversorgt und mit den Loren des Bergwerks schnellstmöglich nach draußen befördert werden. Da jede Fahrt etwa 25 Minuten dauerte und der Platz im Zug begrenzt war, musste unter Tage geplant werden, wie und in welcher Reihenfolge die Verletzten zu bergen waren.

Auf dem Parkplatz des Besucherbergwerks wurde ein großer Behandlungsplatz mit Zelten aufgebaut. Hier nahmen ASB- und Feuerwehrkräfte die Verletzten im Empfang, um sie zu versorgen und gegebenenfalls ins Krankenhaus fahren zu können.

Das andere "Unglück" ereignete sich in Bad Nenndorf an der neuen Umgehungsstraße in der Nähe des Bahnhofs. Hier war beim Aufbau des Szenarios der Abschleppdienst Görnhardt aus Rodenberg behilflich: Er brachte einen ausrangierten Bus und ein Autowrack. Die angenommene Lage: Durch die Erdstöße war der Bus mit dem Auto kollidiert und umgekippt. Im Inneren des voll besetzten Busses riefen Jugendliche um Hilfe, und auch der Busfahrer hatte eine schlimm aussehende "Bauchwunde". Die rund 80 Einsatzkräfte aus allen zehn Ortsfeuerwehren der Samtgemeinde Nenndorf rückten mit 15 Fahrzeugen an, mussten sich nicht nur um die verletzten Personen kümmern und den Brandschutz sicherstellen, sondern sahen sich auch mit unter Schock stehenden Businsassen konfrontiert, die hysterisch im Freien herumirrten und sich gegen Hilfe wehrten. Einige hatten sich vom Unglücksort entfernt. Hier kam die ASB-Rettungshundestaffel ins Spiel, die die Vermissten aufspürte. Die Einbindung auch der Rettungshunde bei einer solche Großübung war ein Novum und großer Erfolg.

Wegen des Sonnenscheins und der unerwarteten Schwüle wurde die Übung an diesem Schauplatz rund eine Stunde früher beendet als geplant, zumal das Übungsziel zu diesem Zeitpunkt schon erreicht worden war.

Foto: ASB/M. Güttler

Einsatzkräfte aus ganz Niedersachsen

Samariterinnen und Samariter aus 15 Gliederungen des ASB-Landesverbandes nahmen teil (Braunschweig-Land, Celle, Göttingen-Land, Göttingen-Stadt, Hannover-Land/Schaumburg, Hannover-Stadt, Helmstedt, Hildesheim/Hameln-Pyrmont, Leer, Lüneburg, Nienburg, Northeim/Osterode, Osnabrück, Peine und Wilhelmshaven/Friesland).

Unterstützung gab es durch die Feuerwehren Barsinghausen und Egestorf sowie allen Ortswehren aus der Samtgemeinde Nenndorf. Die örtliche Einsatzleitung des Rettungsdienstes Schaumburg und die Seelsorger des Kirchenkreises Ronnenberg waren ebenfalls in die Übung eingebunden. Die rund 100 Verletztendarsteller, vor allem Jugendliche, wurden von der sogenannten "Realistischen Unfalldarstellung" (RUD) professionell geschminkt, damit es nach echten Kopfplatzwunden, Abschürfungen und Prellungen aussah.

Ehrengäste beeindruckt


"Wir wissen, dass sich solche oder andere Unglücke jederzeit ereignen können", sagte der ASB-Landesvorsitzende Manfred Püster. Zahlreiche hochrangige Gäste und ASB-Vertreter überzeugten sich beim Ortstermin von der routinierten Arbeit der Einsatzkräfte und vom täuschend echten Auftreten der Verletzendarsteller. "Sie haben sich ein anspruchsvolles Szenario ausgedacht", staunte Staatssekretär Stephan Manke vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres und Sport, der den kurzfristig verhinderten Innenminister Boris Pistorius vertrat. Selbst Harald Kreft, niedersächsischer ASB-Landesfachdienstleiter Katastrophenschutz, der seit vielen Jahren bei zahlreichen realen Einsätzen dabei war, zeigte sich begeistert: "Ich bin wahnsinnig beeindruckt von der Schlagfertigkeit der Truppe!" Großes Lob gab es auch von Regionspräsident Hauke Jagau.

Übergreifende Zusammenarbeit geprobt

Hauptziel der Übung war, dass die ASB-Einheiten aus ganz Niedersachsen sich kennenlernen und die übergreifende Zusammenarbeit proben. Reale Katastrophen der Vergangenheit – zum Beispiel das Elbehochwasser 2013 – haben gezeigt, dass eine solche gute Zusammenarbeit wichtig ist.

Die beiden komplett unterschiedlichen Szenarien waren über Monate hinweg im Detail ausgearbeitet worden – eine Herausforderung für die Katastrophenschützer, die ja alle ehrenamtlich tätig sind. "Ich habe mir die letzten zwei Wochen Urlaub genommen und täglich mehr als sechs Stunden die Übung vorbereitet", so Jörg Brockhoff vom ASB-Kreisverband Hannover-Land/Schaumburg. Für den unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten bedankte sich nach Übungsende Harald Kreft in den Hallen des ASB-Kreisverbandes in Barsinghausen: "Es war eine Meisterleistung, was hier heute vollbracht worden ist." Bei dieser Großübung habe sich einmal mehr die hervorragende Zusammenarbeit des ASB mit der Feuerwehr gezeigt. Für den Ernstfall sei man offenbar gut gewappnet.