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Verletzte Libyer kommen nach Deutschland
ASB Niedersachsen organisiert den Transport vom Flughafen in die umliegenden Krankenhäuser.
Hannover. Es ginge darum schnelle und praktische Hilfe zu leisten und zu dieser Solidarität gehöre neben der Unterstützung beim Aufbau des Gesundheitssystems auch die Versorgung Verwundeter, sagte Außenminister Guido Westerwelle im Oktober der „Financial Times Deutschland“.
Ende des Monats ist nun ein entsprechendes Hilfsprogramm für libysche Kriegsverletzte angelaufen. Fast täglich fliegen Ambulanz-Flugzeuge Betroffene unter anderem nach Deutschland aus. An den Flughäfen werden die Männer und Frauen in Empfang genommen und auf umliegende Kliniken verteilt.
Auch am Flughafen Hannover sind in den vergangenen zwei Wochen bereits 3 Maschinen mit insgesamt 18 Libyern gelandet. Den Krankentransport hier hat der Arbeiter-Samariter-Bund Niedersachsen übernommen; seine Organisation Dirk Schumacher vom ASB Kreisverband aus Barsinghausen.
Er sorgt dafür, dass je nach Bedarf ausreichend Rettungs- und Krankenwagen zum richtigen Zeitpunkt am Flughafen bereit stehen. Schon im Vorfeld informiert er das Personal über den Gesundheitszustand und die Zielklinik des zugeteilten Patienten, damit alles reibungslos ablaufen kann.
Dabei bedient er sich nicht nur Fahrzeugen und Personal aus dem eigenen Kreisverband, sondern bittet auch benachbarte ASB-Standorte um Hilfe.
Ohne die Unterstützung aus den anderen Kreisverbänden sei die Bewältigung dieser Aufgabe nicht möglich, meint Schumacher. „Wir können ja nicht fünf Rettungswagen gleichzeitig aus Barsinghausen abziehen“, erklärt er.
Der gelernte Rettungssanitäter hat viel Erfahrung bei der Planung und Durchführung solcher Transporte und weiß genau auf was er achtgeben muss. Bereits seit mehreren Jahren organisiert er von Barsinghausen aus Verlegungen für den weltweiten Rückholdienst des ASB. Da ist ein Krankentransport vom Flughafen nichts Neues.
Die Passagiere, die von den Samaritern auf dem Vorfeld des Flughafens in Empfang genommen werden, sind durchweg nicht lebensgefährlich verletzt. Die meisten von ihnen haben das Flugzeug laufend verlassen. „Schlimm sind die Verletzungen nur dadurch geworden, dass sie nicht richtig behandelt wurden“, erzählt Schumacher.
Dennoch sind sie von ihrem Kampf gegen Gaddafi gezeichnet: Sie haben Schussverletzungen und Knochenbrüche. Ein Mann leidet unter Organversagen.
Sie werden auf Tragen gelegt, zugedeckt und in die Rettungswagen aus Barsinghausen, Bückeburg, Hannover, Rehburg-Loccum und Helmstedt gebracht. Wenig später sind sie unterwegs. Die Ziele lauten Hannover, Hildesheim, Hamburg, Kiel oder Bad Wildungen.
Mehr als 200 Kilometer sind die Rettungsassistenten und Rettungssanitäter vom ASB zum Teil ehrenamtlich unterwegs. Die Fahrten finden ausnahmslos abends statt. Deshalb kehren sie oft erst spät in der Nacht wieder an ihren Standort zurück und treten nicht selten am Morgen des nächsten Tages ihren ganz normalen Dienst an.
Die Hilfe ist für sie trotzdem eine Selbstverständlichkeit. „Wer weiß, was die alles mitgemacht haben, bis sie hier angekommen sind“, fasst Lehrrettungsassistent Nico Eickhoff vom ASB aus Rehburg-Loccum seinen großen Respekt davor, dass diese Männer und Frauen ihr Leben und ihre Gesundheit für ihre Freiheit aufs Spiel gesetzt haben, in Worte.
Eine Information darüber wie viele verletzte Libyer noch nach Hannover kommen und wann die Flugzeuge landen werden, gibt es nicht. Die niedersächsischen Samariter stehen aber in Bereitschaft und folgen dem Ruf Dirk Schumachers gern, wenn wieder ein Transferauftrag ansteht.



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