Treffen in Diepholz

Für Reisen Sterbender: Camper sammeln Spenden

Sie nennen sich Wohnmobilisten. Ihre „gute Stube“ ist die Straße: Fans so genannter historischer Hymer-Wohnmobile. Mehr als 110 Wohnmobil-Besitzer haben sich über Pfingsten in Diepholz getroffen, ihr rollendes "Wohnzimmer" auf dem Marktplatz geparkt – darunter u.a. Gäste aus den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz. Organisiert haben das Camper-Treffen Birgit und Ralf Wellmann. Und während der Zusammenkunft ihre mobilen Gäste um Spenden für den niedersächsischen Wünschewagen gebeten!

Stolze 600 Euro sind so zusammen gekommen - Geld, das Organisatorin Birgit Wellmann jetzt zusammen mit Freddy Evers, Vorsitzender des ASB Kreisverbandes Diepholz, dem Wünschewagen-Team in Hannover überreicht hat: „Wir sind eine Gruppe von Wohnmobil-Liebhabern, die über die sozialen Netzwerke zusammengefunden haben, sich einmal im Jahr treffen“, erzählt sie. Neben dem Austausch über die historischen Schätzchen – keines der Fahrzeugaufbauten ist älter als Baujahr 1987 – und dem gemeinsamen Genießen der Campingatmosphäre, stehe für die Wohnmobilisten auch der gute Zweck im Mittelpunkt, so Wellmann. Den Wünschewagen als Empfänger für Spenden habe sie selbst ausgesucht, so die 50-Jährige: „Ich finde dieses Projekt einfach wunderschön, sehr Unterstützens wert.“

Mit der großzügigen finanziellen Hilfe der Camper könne das Wünschewagen-Team schon bald einen sterbenskranken Niedersachsen mit dem Spezialfahrzeug auf letzte „große Reise schicken“ – immerhin koste eine Wunschfahrt im Schnitt zwischen 500 und 700 Euro, so Projektsprecherin Julia-Marie Meisenburg. ASB-Vorsitzender Freddy Evers: „Wir sind sehr dankbar, dass es die reisefreudigen Wohnmobilisten nach ihrem Treffen in Diepholz nicht nur in die Welt hinauszieht. Sondern dass sie auch an unsere Fahrgäste denken, ihnen durch ihre Spende helfen, eine letzte Wunschfahrt an einen Sehnsuchtsort erleben zu können.“

Mehr als 111 Fahrten hat das Wünschewagen-Team bisher begleitet. Diese führten unter anderem an den Hamburger Hafen, nach Polen, in die Allianz-Arena in München, zu den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg und an den Timmendorfer Strand. Jüngster Fahrgast war die vierjährige Josie aus Peine, die noch einmal auf der Besucherplattform des Flughafens Hannover spielen wollte. Mit 99-Jahren war dagegen eine Dame aus Hannover die bisher älteste Reisende. Ihr Herzenswunsch war es, das Geburtshaus in Marburg ein letztes Mal zu besuchen.

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