Jubiläum

100 Jahre ASB Helmstedt

Herzlichen Glückwunsch: Der ASB Helmstedt wurde am 3.11.1920 gegründet, vor einem Jahrhundert. Schon damals gab es einen funktionsfähigen Krankentransport und eine Zentrale, die 24 Stunden täglich besetzt war. Bis 1933 gab es in Landkreis drei Kolonnen: Schöningen, Königslutter und Helmstedt.

Foto: ASB Helmstedt

Der Vorsitzende des Helmstedter ASB, Hans-Jürgen Schünemann, freute sich über einen ausführlichen Bericht seines Freundes Dr. Joachim Scherrieble. Zwei Wochen lang hat dieser für einen Rückblick die Historie der Helmstedter Samariterbewegung und Arbeitergeschichte studiert, Zeitzeugengespräche geführt und akribisch die Akten des Wohlfahrtsverbandes und Zeitungsartikel durchforstet.

Geburtstagsgeschenk: die Chronik des ASB Helmstedt

Gründungsvorsitzender war 1920 der Zimmermann Wilhelm Kühnen. ,,An jedem Ort zu jeder Zeit sind wir zur Ersten Hilf'bereit“ lautete der Wahlspruch, den sich die Helmstedter Kolonne gab. Mit Bereitschaftsdiensten, sogenannten „Wachen“, und Erste-Hilfe-­Kursen nahmen die Helmstedter Samariter vor 100 Jahren ihr ehrenamtliches Engagement im Dienste der Arbeiter auf und trieben zugleich innerverbandlich die Expansion, politisch die Vernetzung und medizinisch die Professionalisierung voran.

Zu tun gab es genug, zum Beispiel auf dem Werksgelände der Braunschweigischen Kohlenbergwerke. So belegt eine Bilanz aus dem Jahr 1924, dass die bis dahin auf 683 Mitglieder angewachsene Samariter-Kolonne bei 752 Unfällen zu Hilfe eilte. ,,Ende 1931 leisteten die Helmstedter Samariter dann in fast allen größeren Betrieben der Stadt und der Umgebung ehrenamtlichen Dienst. Es gab drei ständig besetzte Unfallmeldestellen, fünf Hilfs- und 15 Helferstationen“.

1933: Nazi-Gewalt und Zerschlagung des ASB

Dr. Joachim Scherrieble berichtet von dem schnellen Aufstieg der ASB-Kolonne Helmstedt von 1920 bis 1933, der durch die Nazis jäh gestoppt wurde. Am 28. März 1933 wurde der Verein per Verordnung des NS-Regimes aufgelöst. „Mitglieder wurden von der SA ins Braune Haus, die Helmstedter Parteizentrale, gebracht und dort geschlagen", erzählt Scherrieble.

1957: Neuanfang mit grünem Ford Transit

Nach dem Krieg war das Deutsche Rote Kreuz erst eine große Konkurrenz. Walter Schünemann, Vater des heutigen ASB­-Vorsitzenden und Emmerstedter Ortsbürgermeisters Hans-Jürgen Schünemann, gründete am 15. Juni 1957 wieder die ASB-Kolonne Emmerstedt. Was mit 15 Samaritern neu begann, mit einem grünen Ford und einem Lagerraum in Barmke, ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden.

Trotz erneut recht widriger Rahmenbedingungen hat sich ASB-Kreisverband bis heute zu einem unabhängigen, parteipolitisch neutralen und konfessionell ungebunden Wohlfahrtsverband entwickelt - mit qualifiziertem Krankentransport, Hausnotruf, Fahrdiensten, Erste-Hilfe-Ausbildung, Schulsanitätsdienst und Sanitätsdiensten, Wünschewagen-Fahrten und einer Schnelle-Einsatz-Gruppe (SEG), Katastrophenschutz, Rettungshundestaffeln und Besuchshundedienst sowie Auslandshilfe und Arbeiter-Samariter-Jugend. Heute ist der ASB-Kreisverband Helmstedt mit der Einsatzzentrale am Windmühlenberg und rund 2100 Mitgliedern aus Helmstedt nicht mehr wegzudenken. ,,Der ASB-Kreisverband' Helmstedt ist heute - nach 100 Jahren Arbeitersamariter in Helmstedt - eine kompetente, vielfältige und vor allem professionell funktionierende, leistungsstark aufgestellte und allseits hochgradig anerkannte freiwillige Hilfsorganisation", sagt Dr. Joachim Scherrieble. Dem hat der Kreisverbandsvorsitzende Hans-Jürgen Schünemann nur noch eines hinzuzufügen: „Unserem Motto: ,Unten führt, oben lenkt', sind wir treu geblieben und werden es auch weiterhin bleiben."