Kurse können im November 2020 starten

Bundesamt für Bevölkerungsschutz zahlt Erste-Hilfe-Kurse

"Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten" ist ein neues Lehrgangsprogramm. Es soll die Bevölkerung darin schulen, sich in außergewöhnlichen Notlagen selbst helfen zu können, bis professionelle Hilfe eintrifft. Der Kurs wird für eine begrenzte Anzahl von Teilnehmern vom Bund bezahlt.

Patrick Frauenreuther, Ausbildungsleiter des ASB-Kreisverbandes Nienburg, war bei der Online-Schulung dabei.

Foto: ASB/N. Fomferra

2014 hatte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in einer repräsentativen Studie herausgefunden, dass die Bevölkerung relativ schlecht auf eine Katastrophe oder Krise vorbereitet ist. Untersucht wurden die Beispiele Unwetter, Feuer, Stromausfall und CBRN-Gefahren (chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren). Dabei ist gerade in der ersten Phase einer Krise die Notfallvorsorge und das Wissen über richtiges Verhalten bei Gefahr sehr wichtig, wenn die organisierten Retter noch nicht da sind.

Der Bund wandte sich daher an die großen Hilfsorganisationen wie den ASB und arbeitete mit ihnen zusammen, denn diese sollen dafür sorgen, dass diese womöglich überlebenswichtigen Kenntnisse verbreitet werden. Die neue Maßnahme löst dabei ein Ausbildungsprogramm ab, das auf Kinder und Jugendliche beschränkt war ("Medizinische Erstversorgung mit Selbschutzinhalten", kurz MEmS). Jetzt wurden auch Familien, Ruheständler, pflegende Angehörige, Unternehmen und Menschen mit Migrationshintergrund in die geförderten Zielgruppen aufgenommen. Das Lehrgangsformat umfasst verschiedene Lern-Module. Die unterschiedlichen Zielgruppen lernen mit dem auf sie zugeschnittenen Modul. Damit sollen die Kenntnisse effektiv in der Bevölkerung verbreitet werden.

Anfang Oktober wurden der niedersächsische ASB-Landesausbildungsleiter Jens Sewohl gemeinsam mit weiteren sieben Ausbildern aus den Gliederungen Hannover-Land/Schaumburg, Hannover-Stadt, Northeim/Osterode, Nienburg und Osnabrück via Online-Schulung durch den ASB-Bundesverband zu Multiplikatoren qualifiziert. Diese wollen Ende Oktober in Rehburg bei Nienburg weitere niedersächsische Ausbilderinnen und Ausbilder qualifizieren und somit dafür fit machen, der Bevölkerung den Kurs anzubieten.

Tipp: bei Interesse an einer Kostenübernahme bald melden

„Soweit Ausbilder verfügbar sind, können wir in Niedersachsen bereits im November mit den ersten Ausbildungen beginnen“, sagt Jens Sewohl. Interessierte Gruppen, Schulen oder auch Vereine, könnten bereits jetzt ihr Interesse beim ASB vor Ort anmelden. „Dank der Förderung durch das BBK entstehen den Teilnehmern keine Kosten, soweit alle Voraussetzungen erfüllt sind“, betont der Landesausbildungsleiter. Allerdings ist die Zahl der geförderten Teilnehmer begrenzt. Daher sei es ratsam, sich möglichst frühzeitig zu melden. Wichtig zu wissen ist aber, dass die Schulung bei den Straßenverkehrsämtern nicht als Erste-Hilfe-Nachweis für den Führerscheinerwerb anerkannt wird.