Meeresluft macht hungrig - die alte Weisheit hat sich heute mehr als bestätigt. Kaum steuert die "Claudia", der wunderschöne Holzkutter, den Wremer Hafen wieder an, hat Palliativpatient Thomas richtig Kohldampf. Will unbedingt was essen.
Das sieht am Morgen seiner Wunschfahrt noch ganz anders aus. Da nämlich mag Thomas nichts, aber auch wirklich gar nichts frühstücken. Bringt keinen Bissen runter. So aufgeregt ist er. Voller Vorfreude! Schließlich kann er sich noch einen ganz, ganz großen Herzenswunsch erfüllen: Wenigstens einmal im Leben mit einem echten Kutter fahren!
Davon träumt der 66-Jährige schon lange. Konnte sich diesen Wunsch aus verschiedenen Gründen nie erfüllen. Jetzt, wo er im Hospiz zwischen Elbe und Weser lebt, hat er Bezugspflegekraft Kathrin davon erzählt. Die wiederum hat sprichwörtlich den ASB-Wünschewagen ins Boot geholt.
Innerhalb weniger Tage hat das Wünschewagen-Team eine Kutterfahrt organisiert. Mit René Schmidt und seiner Mannschaft von Direkt vom Kutter eine großartige Crew "angeheuert". Exklusiv legt die Claudia mit WüWa-Fahrgast Thomas ab. Macht eine zweistündige Tour bis zu den Containerschiffen in Bremerhaven. Vorbei am Leuchtturm "Kleiner Preuße". Vorbei an Krabbenkuttern und durch die plätschernden Wellen. Die Gischt spritzt dem schwerstkranken Hospizgast ins Gesicht. Der genießt jeden Moment in vollen Zügen. Guckt aufs Wasser. Zum Horizont. Hat einen zutiefst zufriedenen Gesichtsausdruck. Schreibt gemeinsam mit Kathrin und den beiden ehrenamtlichen ASB-Wunscherfüllerinnen Steffi und Bärbel eine Flaschenpost. Lässt sich von ihnen ein Taschentuch für die Freudentränen reichen. Und in den Arm nehmen, als die Gefühle übermächtig werden. "Hoch im Norden" von Santiano ertönt dazu aus den Lautsprechenr der Claudia. Ein echter Gänsehautmoment.
Ins Restaurant "Wremer Fischstube" geht es nach der Kutterfahrt noch. Die öffnet extra nur für unsere Reisegruppe. Schließlich macht Meeresluft hungrig. Und ein erfüllter letzter Wunsch glücklich.