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666 erfüllte Herzenswünsche

ALS-Patient Lothar fährt im ASB-Wünschewagen ein letztes Mal zur Arbeit

Zeven, 20.01.2026// Seit November 20217 ist er auf den Straßen Niedersachsens unterwegs: unser ASB-Wünschewagen. Jetzt durften wir zum 666. Mal einen letzten Herzenswunsch erfüllen. Eine besondere Wunschfahrt, die an einen besonderen Ort geführt hat: ALS-Patient Lothar aus Zeven hat es sich gewünscht, einmal noch an seine alte Wirkungsstätte zu reisen, Abschied vom Arbeitsplatz und den Kolleginnen und Kollegen zu nehmen. Eine wahrlich berührende Reise.

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Als Lothar von Emotionen übermannt wird, nimmt Ex-Kollege Martin ihn in den Arm - solange, bis der ALS-Patient sein Lächeln wiedergefunden hat.

Sein Kollege Dirk hat zuerst bemerkt, dass irgendwas bei Lothar nicht stimmt. Damals hat der nämlich immer seine rechte Hand hinterm Rücken versteckt – niemand sollte merken, dass ihn darin längst die Kraft verlassen hatte. Lange setzen die Kollegen bei der Fricke Gruppe in Heeslingen alles daran, dass Lothar trotzdem weiterarbeiten kann. Sind kreativ, finden Lösungen. Doch irgendwann schreitet die schreckliche ALS-Erkrankung so weit fort, dass Lothar an der „Schweizer Bahn“, so heißt die Packstation, an der er gearbeitet hat, nicht mehr tätig sein kann. 2017 kehrt er seiner Firma, in der er sich so wohlfühlt, in der Kollegen Freunde sind, krankheitsbedingt den Rücken. Die Gedanken, die sind trotzdem ganz oft bei Fricke und dem alten Team. Und so ist es der ausdrückliche Wunsch des 68-jährigen Palliativpatienten, einmal noch an seine alte Wirkungsstätte zurückzukehren. Den Wunsch trägt dann eine ehemalige Kollegin an das Koordinationsteam vom ASB-Wünschewagen heran. Und bei Fricke sind alle sofort bereit Lothar willkommen zu heißen, ihm eine Führung durch das Werk zu ermöglichen und ihn in die Kantine einzuladen – auch das ein ganz großer Sehnsuchtsfaktor.

Aus eigener Kraft ist der Besuch nicht mehr möglich. Aber zum Glück gibt es ja ehrenamtliche Wunscherfüllerinnen wie Jasmin und Christiane. Die begleiten Lothar und seinen Bezugspfleger im ASB-Wünschewagen nach Heeslingen, stehen den Beiden vor Ort zur Seite. Das Empfangskomitee bei Fricke: groß und fröhlich! Einer der ihren ist zurück. Und die Freude darüber riesig. In der Kantine ist ein Tisch für unsere besondere Reisegruppe reserviert. Lothar lässt sich Currywurst und Pommes schmecken – darauf hat er sich besonders gefreut. Alte Kollegen wie Martin, Dirk, Andreas und Carsten stoßen dazu, leisten ihm Gesellschaft. Anschließend geht’s durch Werk, in dem sich seit Lothars Ausscheiden eine Menge verändert hat. Am Band, an dem er früher tätig war, kullern dann die Tränen bei Lothar, der sich ansonsten von seiner Krankheit trotz der vielen Einschränkungen, die sie mit sich bringt, nicht unterkriegen lässt. Und auch in diesem Moment ist sie da, die alte Verbundenheit: Martin nimmt seinen Ex-Kollegen fest in den Arm. Solange, bis das Lächeln wieder da ist. 

Wünschewagen-Projektleiterin Julia-Marie Meisenburg: „Lothars Wunsch ist wirklich etwas Besonderes. Wir sind immer wieder erstaunt, wie vielfältig letzte Wünsche sind, wie unterschiedlich die Menschen, die sich mit uns auf den Weg machen. Ob kleines Kind, junger Erwachsener oder gestandene Rentnerin, ob es ans Meer geht oder zum Familienfest – unsere Fahrgäste vereint eines: Mut, am krankheitsbedingten Lebensende noch einmal ein Abenteuer zu wagen, sich auf den Wunschweg zu machen. Danke, dass unsere ehrenamtlichen ASB-Wunscherfüllerinnen und -Wunscherfüller ihnen und ihren Familien in diesen besonderen Momenten zur Seite stehen dürfen. Und das schon 666 Mal.“

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Der Wünschewagen Niedersachsen

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