Neue Ehrenamtliche für den Wünschewagen Niedersachsen

Hannover. Sechs Frauen und zwei Männer möchten Wunscherfüller werden: ehrenamtlich wollen sie Menschen, die voraussichtlich nicht mehr lange leben werden, letzte Wünsche erfüllen. Die neue Crew des ASB-Wünschewagens Niedersachsen wurde am 30. Juni 2018 mit ihrer neuen Aufgabe vertraut gemacht.

Acht Menschen, die in Ihrer Freizeit anderen helfen möchten: die Teilnehmer der Ehrenamtlichen-Schulung des ASB-Wünschewagen Niedersachsen am 30. Juni 2018 in Hannover.
Foto: ASB/J. Meisenburg

Projekt-Koordinatorin Anke Schneider und Marc-Oliver Berndt erklärten den Teilnehmern alles rund um den Wünschewagen. Marc-Oliver ist selbst ein Ehrenamtlicher. Schon hauptberuflich arbeitet er für den ASB Hannover. Auch in seiner Freizeit hört dieses Engagement nicht auf: Er fährt Fahrgäste mit begrenzter Lebenserwartung noch einmal ans Meer oder zu einem Fußballspiel.

Die acht neuen Ehrenamtlichen wollen unbedingt dabei mitwirken und künftig – neben einem rettungsdienstlich ausgebildeten Crewmitglied – Fahrten begleiten. Sie passten genau auf, als er die spezielle Ausstattung des Krankentransportwagens erklärte und gemeinsam mit Anke Schneider den Ablauf einer "Wunschfahrt" beschrieb. Was ist organisatorisch, rechtlich, medizinisch, menschlich zu beachten?

Auch die künftigen Wunscherfüller brachten ihre Vorkenntnisse ein. Bettina Paetzmann, Krankenschwester mit Palliativ-Ausbildung, berichtete von ihrer Arbeit in einem Hospiz, einer Wohneinrichtung für unheilbar erkrankte Menschen in ihren letzten Lebenswochen. Wie es ihnen geht, wie man ihnen mit Palliativmedizin die letzte Phase erträglicher machen kann und wie man in der Regel am besten mit Sterbenden und deren Angehörigen umgeht.

 

Wir haben alle "Nachwuchs-Wunscherfüller" nach ihren Motiven gefragt.

"Ich möchte Wunscherfüller werden, weil..."


Bettina Paetzmann (52): "... ich durch meine Arbeit im Hospiz viel zu oft erlebt habe, dass selbst kleine Wünsche, wie beispielsweise noch einmal das frisch geborene Enkelkind zu sehen, unerfüllt bleiben müssen."

Angelika Sims-Tischler (63) aus Peine: "Als Pflegekraft bekomme ich im Heim leider viel zu häufig mit, dass Wünsche Sterbender nicht mehr in Erfüllung gehen. Die Arbeit als Wunscherfüllerin lässt sich wunderbar mit meiner Arbeit als ehrenamtliche Sterbebegleiterin verbinden, schließt eine wichtige Lücke."

Otto Hesse (33) aus Hildesheim: "... mein Lebensmotto seit zwei Jahren lautet: Wenn Dir Gutes wiederfahren ist, gib etwas zurück! Außerdem finde ich es wichtig, dass durch meine Zeit-, aber auch Geldspende für den Wünschewagen etwas aus der Region für die Menschen in der Region fließt."

Ina Grusemann (23) aus Hannover: "... ich bei meiner Ausbildung zur Krankenschwester zwar viel Fachwissen erworben habe, der Umgang mit Sterbenden aber eher untergegangen ist."

Janina H. (36) aus Hannover: "... ich das für eine absolut sinnstiftende und sinnvolle Aufgabe halte, Menschen auf ihren letzten Wegen zu begleiten."

Sabine Krenzer (55) aus Garbsen: "... mich das Thema Hospiz und Sterben schon seit einigen Jahren beschäftigt. Mein Wunsch ist es, einem Menschen in den letzten Tagen seines Lebens noch einmal zu einem besonderen Erlebnis zu verhelfen."

Maike Jacobs (55) aus Hessisch Oldendorf: "... für mich als Krankenschwester oft nicht die Zeit bleibt, einen Wunsch in die Tat umzusetzen, den ich im Krankenhaus wahrgenommen habe. Ich freue mich auf die Vielfalt der Wünsche, die so unterschiedlich sind wie die Menschen."

 

Abschließend das Statement von Bernd Uckötter (64) aus Bad Fallingbostel, das wir im Namen des ganzen ASB unterschreiben können:

"Weil Feen keine Fabelwesen sind, sondern aus Fleisch und Blut!"